Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Städte werden abgeriegelt, Veranstaltungen werden abgesagt und die Menschen haben Angst vor ungewissen Entwicklungen. Und das ist absolut verständlich. Wie soll man auch mit dieser ungewöhnlichen Situation umgehen? Ist das alles wirklich so schlimm? Übertreiben die Politiker und Medien nicht ein bisschen? Diese Fragen stelle ich mir auch, ich setze mich gar intensiv damit auseinander. Vor allem in meiner Position als Betreiber einer Internetseite, die über Veranstaltungen berichtet.

Es gilt, den Infektionsstrom zu unterbinden

Ich bin allerdings weder in der Situation, die Lage adäquat beurteilen zu können, noch kann ich die Risiken professionell einschätzen. Das einzige, was mir bleibt, ist auf Expertenmeinungen zu vertrauen. Und die sind sich zur Zeit im Grundtenor einig: Es gilt, den Infektionsstrom zu unterbinden, zu verlangsamen. Dies gibt der Medizin und der Forschung nämlich die Zeit, die sie benötigt, um ein Gegenmittel zu entwickeln, ohne dass komplette Infrastrukturen zusammenbrechen, weil die halbe Belegschaft wichtiger Unternehmen/Institutionen in Quarantäne muss. 

Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mitmenschen wahrnehmen

Als ich diese Zeilen schrieb, erhielt ich gerade die Push-Nachricht, dass unsere Bundeskanzlerin dazu aufruft, auf alle nicht zwangsläufig notwendigen sozialen Kontakte zu verzichten. Das ist nicht immer leicht, das ist nicht immer realisierbar. Und doch ist der Grund dafür ein nachvollziehbarer: Selbst Menschen, die die Symptome von Covid-19 nicht spüren (was anscheinend vor allem jüngere Bevölkerungsgruppen betrifft), können als Infektionsherd für Menschen agieren, die zu einer Risikogruppe gehören. Zu letzteren gehören, laut Expertenmeinungen, insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Und da man den Menschen nicht in den Kopf schauen kann, da man nie weiß, welche Geschichte die Person, die einem gegenüber steht oder die hinter einem in der Supermarkt-Schlange steht, hat, scheint das Risiko doch irgendwie recht hoch, andere Menschen unabsichtlich in eine äußerst missliche Lage bringen zu können. 

Warum ich mich hier dazu äußere? Ganz einfach, weil meine Seite sich mit Veranstaltungen beschäftigt. Veranstaltungen, die Menschen verbinden sollen, statt sie durch gegenseitigen Kontakt in Gefahr zu bringen. Und deswegen sehe ich es als Gründer dieser Seite als meine Pflicht an, Stellung dazu zu beziehen. Vielleicht sollte ich dazu ja auch einfach die Klappe halten, vielleicht sollte ich das sogar des Öfteren, aber da ich der Meinung bin, mit meiner Webseite auch eine gewisse Verantwortung gegenüber meinem bzw. unserem lesenden Publikum zu haben, möchte ich euch meine Einschätzung der Situation nicht vorenthalten. 

Maßnahmen ergreifen, auf die Profis hören

Ich selber achte mittlerweile darauf, in öffentlichen Verkehrsmitteln so gut wie nichts mehr anzufassen, ich wasche mir die Hände fünfmal so häufig, wie ich es vorher getan habe, ich verzichte auf den obligatorischen Handschlag und ich laufe mit einem Desinfektionsmittel in der Tasche durch die Gegend. Wann hat man so etwas schon einmal alles gemacht, so im alltäglichen Leben? In diesem Ausmaß ist das auch für mich komplett neu, das ist extrem ungewohnt.
Ich gebe allerdings auch zu, dass ich mich höchstwahrscheinlich nicht von Veranstaltungen fern halten werde. Dafür bin ich grundsätzlich zu aktiv und mir fällt die Decke sowieso schon auf den Kopf. Ich will sicherlich nicht als moralischer Besserwisser rüberkommen, aber vielleicht ist es ja gar nicht so verkehrt, die ein oder andere Sicherheitsmaßnahme, die von kundigen Stellen ausgesprochen wurde, zu berücksichtigen. Nicht unbedingt, um einen selbst zu schützen, sondern vor allem um Menschen zu schützen, die erhöhte Gefahr laufen, am Coronavirus zu erkranken und eventuell sogar an ihm zu sterben. 

Ich spreche deswegen auch keine Empfehlung aus, wie ein jeder sich in Hinblick auf Veranstaltungen zu verhalten hat. In dieser Position befinde ich mich auch gar nicht. Noch möchte ich mit diesem Kommentar hier Panik schüren (weiß Gott nicht, ich denke Hamstern und auf Vorrat zu kaufen ist eine übertriebene Reaktion). Mir geht es einfach darum, an das Verantwortungsbewusstsein eines jeden Einzelnen zu appellieren

Warum ich mich hier jetzt zum ersten Mal auf einem Bild zeige? Weil ich denke, dass ein Gesicht zu solch einem Text gehört, zu solch einem Kommentar. Und außerdem wurde es mal Zeit, dass ich mich euch ein wenig näher bringe – geplant habe ich das sowieso schon seit Längerem. Und welche Gelegenheit wäre dazu passender als eine Situation, in der wir alle zusammenhalten müssen

Unser zukünftiges Vorgehen:
Wir werden auch weiterhin die Artikel posten, die wir in petto haben, und die unserer Meinung nach berichtenswert sind. Ja, wir werden weiterhin versuchen, ein wenig Kultur unter die Leute zu bringen, gerade in solchen Zeiten. Was mich persönlich betrifft: Ich werde auch weiterhin zu Veranstaltungen gehen, aber ich werde Vorsicht walten lassen, die Auswahl der Veranstaltungen möglichst beschränken und darauf achten, so oft wie möglich meine Hände gründlich zu waschen. Meinen freien Mitarbeitern stelle ich es jedoch frei, sich für meine Webseite auf Veranstaltungen zu tummeln. Sollten wir auf Veranstaltungen verzichten können, werden wir das machen. 

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, bzw. eine schöne Woche, und verbleibe mit den besten Grüßen

Tim Hildebrandt

Hier noch einige hilfreiche Links zum Thema: 

Kölner Stadt-Anzeiger: Lage, Vorsorge, Gesundheit: Experten beantworten Ihre Fragen rund um das Coronavirus
WDR: Corona in NRW: Sie fragen. Experten antworten
WDR: FAQ Corona: Alles, was Sie über das Virus wissen sollten
WDR: Gefährdete Menschen vor Corona schützen – aber wie?
Kölner Stadt-Anzeiger: Was man bei Desinfektionsmitteln beachten sollte
Kölner Stadt-Anzeiger: Immer mehr Coronavirus-Fälle – wie kann ich mich schützen?
Kölner Stadt-Anzeiger: Schutz vor Corona – Wie es besser gelingt, sich nicht ständig ins Gesicht zu fassen
Kölner Stadt-Anzeiger: Interview mit Ranga Yogeshwar – „Wer Nudeln hamster, ist selbst Schuld“ (Plus-Artikel)

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