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Kölner Dom

Kölner Dom

Wenn es um die Geschichte Kölns geht, darf der Kölner Dom natürlich nicht fehlen. Als sich der Bau des Doms im Jahre 1880 nach Jahrhunderten dem Ende zuneigte, galt die Kathedrale mit seinen zwei Türmen als das höchste Gebäude der Welt. Das ist sie zwar nicht mehr, doch immer noch ist der Dom eine der wichtigsten Wallfahrtsstätten des Christentums.

533 Stufen benötigt man für den Weg hinauf zur Turmspitze. Eine enge Wendeltreppe jagt die nächste, angenehm ist der Weg nicht unbedingt. Doch schon er allein bietet einen unglaublichen Ausblick auf das vor sich treibende Köln, auch wenn der Höhepunkt natürlich der Blick vom Turm ist. Hat man die Stufen erst einmal hinter sich gebracht, winkt nämlich der wohl (zweit-) schönste Blick auf Köln.

Jahrhunderte alte Wurzeln

Doch bis dies zunächst einmal möglich war, durchlief der Dom eine traditionsreiche und leidvolle Geschichte. Jahrhunderte wartete er auf seine Vollendung, erlitt schwere Kriegsschäden und wurde sogar zweckentfremdet.

Schon im 6. Jahrhundert n. Chr. befand sich dort, wo heute Kölns geliebtes Wahrzeichen steht, eine große Kirchenanlage, aus dessen Zeit noch immer ein Taufbecken aus dem frühmittelalterlichem Baptisterium zu begutachten ist. Nach weiteren Umbauten entstand etwa 200 Jahre später, an derselben Stelle, der Alte Dom. Er wurde 873 geweiht und barg drei Schiffe, die in den Jahrhunderten darauf um zwei weitere erweitert wurden. Der Alte Dom diente mit seiner Struktur auch für die im Jahre 1248 verkündete Grundsteinlegung des uns bekannten Doms, auch wenn große Teile des Gemäuers bei Bauarbeiten Bränden zum Opfer fielen.

300 Jahre Stillstand

Der Umbau vom alten zum neuen Dom kam nicht von ungefähr. Erzbischof Reinald von Dassel zeichnete sich mitverantwortlich für die Entstehung Kölns zum Wallfahrtsort, als er 1164 die Gebeine der Heiligen Drei Könige aus Mailand nach Köln brachte. Prompt beauftragte man den, zu seiner Zeit hoch angesehenen, Goldschmied Nikolaus von Verdun mit der Anfertigung eines Schreins, dem Dreikönigsschrein. Noch heute kann er im Dom, hinter dem Altar, betrachtet werden.

Aus der Idee heraus, der Ort der Gebeine der Heiligen Drei Könige verdiene eine entsprechende Ruhestätte, entstand das Vorhaben zum Bau des neuen Doms. Im Jahre 1248 wurde der Grundstein für den Bau gelegt, die Architektur sollte sich an französischen Bauten orientieren, wie zum Beispiel der Kathedrale von Amiens. Erst fast 80 Jahre später, 1322, erfolgte die Weihe des Domchores, der jedoch weiterhin mit Trennwänden von den noch unfertigen Bereichen getrennt blieb. Unfertig ist gut, denn ab etwa 1520 wurden die Bauarbeiten für beinahe 300 Jahre unterbrochen und der Dom blieb in seinem unvollendeten Zustand zurück.

Während der Zeit der französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Kathedrale dann zweckentfremdet, als sie für Pferdeställe und Kriegsgefangenenlager herhielt. Die religiöse Nutzung kam entsprechend völlig zum Erliegen. Erst ab 1801 wurde die Kirche wieder für Gottesdienste genutzt, auch wenn sich das Gebäude in einem erbärmlichen Zustand befand. Mit der Wiederbegründung des Erzbistums Köln im Jahre 1821 erfolgte die abermalige Ernennung zur Bischofskirche.

Der Kölner Dom als Nationaldenkmal

Die darauffolgende Sanierung der Kirche zog sich über 20 Jahre hin, doch der Bau wurde nach Jahrhunderten des Stillstands wieder aufgenommen. Insbesondere König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen ist dies zu verdanken, jener sah den Kölner Dom als deutsches Nationaldenkmal an und vertrat die Überzeugung, die Fertigstellung nütze dem Nationalbewusstsein. 1963 fielen endlich die Trennwände zwischen dem Domchor und den unfertigen Bereichen und zum ersten Mal konnte der komplette Innenraum der Kathedrale besichtigt werden. Um dieser Zeit herum vollzog sich auch die Fertigstellung der beiden Türme, die Arbeiter mit modernsten Techniken hochgezogen. Zu Zeiten seiner Vollendung im Jahre 1880 galt der Kölner Dom mit schlussendlich 157 Metern als das größte Gebäude der Welt, und das, obwohl man sich bis zum Schluss an den mittelalterlichen Fassadenplan gehalten hatte.

Wer liegt wirklich im Dreikönigsschrein?

Wie bereits erwähnt, stellte die Überbringung der Gebeine der Heiligen Drei Könige einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte des Doms dar. Für viele Christen ist dies der Grund, nach Köln zu pilgern, denn nicht nur beim Weltjugendtag 2005 in Köln nahm die Reliquie eine wichtige Repräsentationsfunktion ein. Während die Echtheit der Gebeine über Jahrhunderte nie angezweifelt wurde, nahm das Interesse an einer wissenschaftlichen Herangehensweise im 19. Jahrhundert zu. Untersuchungen ergaben, dass die Gebeine zwei älteren Männern um die 30 und 50 Jahre sowie einem 12-jährigen Jungen gehörten. Während dies zur Überlieferung der drei heiligen Könige passt, stammten die Stoffe, in welche die Leichen gewickelt waren, aus einem 200 bis 300 Jahre älterem Syrien. Sie stammten also aus einer Zeit weit nach Jesus Geburt. Nur eine Analyse der Knochen könnte Aufschluss über die wahre Herkunft der Gebeine geben, die technischen Möglichkeiten stehen heutzutage bereit.

Doch will man das wirklich herausfinden? Vielleicht ist es manchmal einfach besser, Mythos einfach Mythos bleiben zu lassen. Der Kölner Dom hat sowieso schon seinen Kultstatus inne.

Öffnungszeiten:

Kathedrale:
November bis April:

6:00 – 19:30 Uhr
Mai bis Oktober:
6:00 – 21:00 Uhr
Besichtigungen an Son- und Feiertagen: 13:00 – 16:30 Uhr

Preise:

Eintritt Dom: kostenlos
Turmbesteigung: 4,00 € (ermäßigt 2,00 €)

Kontaktdaten und Anfahrtsbeschreibung:

Kölner Dom
Adresse:
Domkloster 4, 50667 Köln
Telefon Dompropstei:
0221 – 179 401 00
Webseite:
www.koelner-dom.de
KVB:
Linien 5, 16, 18:
Dom/Hauptbahnhof
Linien 3, 4, 5, 16, 18:
Appellhofplatz

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2018-08-26T13:43:58+02:00

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