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Kulturausschuss will Honorarkräfte in Museen besser bezahlen

//Kulturausschuss will Honorarkräfte in Museen besser bezahlen

Kulturausschuss will Honorarkräfte in Museen besser bezahlen

2020-03-15T11:18:10+02:00By |

Honorare seit Jahren zu niedrig

Rund 140 Honorarkräfte vermitteln in Kölns Museen Jung und Alt, Kölnern und Touristen Kunst und Geschichte der Stadt. Sie sind ein Aushängeschild. Nun wollen sie mehr Geld. Nach einem offenen Brief an die Verantwortlichen demonstrierten sie am Dienstag vor der Kulturausschusssitzung für ihre Forderungen. Diese standen auf der Tagesordnung – und nach der Diskussion waren die Demonstranten mit dem Ergebnis zufrieden.

„Seit mehreren Jahren warten die Beschäftigten auf die dringlich erforderliche Honoraranpassung“, erklärte der zuständige Kölner Verdi-Gewerkschaftssekretär Philipp Stewart. Derzeit beträgt der Stundensatz 35 Euro, gefordert werden 50. Davon müssen auch Krankenversicherung und Altersvorsorge inklusive Arbeitgeberanteil bestritten werden. Nicht bezahlt werden Vorbereitungszeiten, obligatorische Fortbildung oder Anfahrten. Der Bundesverband freiberuflicher Kulturwissenschaftler fordert 60 bis 80 Euro pro Stunde.

Museumspädagogischer Dienst legt Honorarordnung vor

Matthias Hamann, Leiter des Museumspädagogischen Dienstes und damit Arbeitgeber der Honorarkräfte und Vertreter der Verwaltung, hatte den Kulturpolitikern den umfangreichen Entwurf einer neuen Entgelt- und Honorarordnung vorgelegt. Dem stellte er eine Leistungsbilanz voran. Und die war in Qualität und Quantität sicher für viele Ausschussmitglieder überraschend.

Danach arbeiten die 140 Honorarkräfte in den zehn städtische Museen, bei Bedarf auch in der Artothek, Rheinischem Bildarchiv oder im Historischen Rathaus. Im Jahr 2018 betreuten sie 7.783 Veranstaltungen, die entweder vom Museumspädagogischen Dienst angeboten oder etwa von Reisegruppen bestellt wurden. Insgesamt wurden 135.697 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezählt. Hauptaufgabengebiet sind Führungen für unterschiedliche Zielgruppen, aber auch Kindergeburtstage.

Hamann wies darauf hin, dass die Ausgaben für die Honorarkräfte im Wesentlichen durch eigene Einnahmen gedeckt werden müssen. Höhere Zahlungen können danach auch zu höheren Eintrittspreisen führen. Immerhin soll das Honorar auf 48 Euro pro Stunde erhöht werden.

Politik stimmt Erhöhung des Stundensatzes auf 48 Euro zu

Dies stieß bei der Politik auf Zustimmung. Auf deren Wunsch soll aber noch die unterschiedliche Regelung der Ausfallhonorare bei der Absage einer Veranstaltung durch die Besteller oder den Museumspädagogischen Dienst geklärt werden. Außerdem sollen die Honorarkräfte bei der Fortschreibung der Honorarordnung beteiligt werden.

Am Ende wurde die Vorlage an den Finanzausschuss weitergeleitet. Und zwar mit dem Hinweis auf die kulturpolitische Bedeutung einer Entscheidung. Vor einer Stellungnahme hatte sich die Fraktion der Grünen zuvor drücken wollen, wollte den Entwurf ohne Votum weiterleiten.

Foto: Jürgen Schön – Wer zur Kulturausschuss-Sitzung wollte, musste an den demonstrierenden Museums-Honorarkräften vorbei. Die wollen mehr Geld.

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