Loading...

Rheinerlei in Fläscheposs – Hänneschen – Theater

///Rheinerlei in Fläscheposs – Hänneschen – Theater

Rheinerlei in Fläscheposs – Hänneschen – Theater

Wenn ihr diese Zeilen hier lest, dann habe ich es wahrlich über mich gebracht. Ich habe auf „Veröffentlichen“ gedrückt. Bisher hatte ich damit nur selten ein Problem, doch dieses Mal liegt der Fall ein bisschen anders. Ich habe zwar schon über das Hänneschen geschrieben, aber an eine Rezension habe ich mich noch nicht gewagt. Wie denn auch? Ich kann nur begrenzt Vergleiche zu vorherigen Aufführungen ziehen, bisher hat mir ausnahmslos alles gefallen, was ich gesehen habe, und das macht mich, so glaube ich, ein wenig befangen. Aber wat soll’s. Das Familienstück „Fläscheposs“ hat mir, mal wieder, so gut gefallen, dass ich euch meine Eindrücke nicht vorenthalten möchte. Und es freut mich schon, wenn ich auch nur eine Person dazu inspirieren kann, dieselbe Erfahrung zu machen. Fädich.

„Ich muss noch ene Aufsatz für de Schull schrieve.“ Hänneschen steht vor einer Mammutaufgabe. In der Schule geht es um kölsche Parfümerien und eigentlich hat unser Protagonist davon so überhaupt keinen Plan. Um seine Versetzung nicht zu gefährden, fällt ihm nun die Aufgabe zu, eine Arbeit über ein in Köln entstandenes Parfüm abzuliefern. Große Lust hat er sowieso nicht, steht doch die Sonne hoch über dem Rhing und da lässt sich doch eigentlich viel besseres finden, als einen Schulaufsatz zu schreiben. Wäre da nicht Bärbelchen, er würde wahrscheinlich der Versuchung erliegen, einfach zu faulenzen. Aber die weiß, dass Hänneschen keine andere Wahl hat, wenn er das Schuljahr bestehen will: „Eijentlich es dat Aufsatzthema doch interessant. Dä künnt dich richtisch erusrieße.“ Und wie das mit Frauen halt so ist; wo sie Recht hat, hat sie Recht.

Prompt bekommt Hänneschen, ganz zufällig natürlich, Hilfe von Tulpedin, einem Flaschengeist, der ihnen elf Wünsche gestattet. Doch anstatt sich direkt einen ausgefertigten Aufsatz zu wünschen, wie ich es machen würde, werden die beiden mir nichts dir nichts in das 18. Jahrhundert befördert. Dort angekommen heuern sie auch gleich bei der Johann Maria Farina Parfümerie an und so bekommt Hänneschen die einmalige Gelegenheit, aus nächster Nähe die Geschichte einer der bekanntesten kölschen Düfte kennen zu lernen, die des „Farina“-Parfüms. Dass dabei das ein oder andere Hindernis zu bewältigen ist, Pustekuchen. Und dass plötzlich Schäl auftaucht und alles drunter und drüber geht, das macht das Spiel nur umso facettenreicher. Immerhin kann sich jener endlich seinen Wunsch vom Herrschen erfüllen, auch wenn es letztlich nicht so ist, wie er es sich seit jeher vorstellt…

Das alles macht Spaß und bringt eine Menge Witz mit, ist liebevoll erzählt und zu Teilen sogar lehrreich. Die Geschichte des Farina-Unternehmens hatte ich persönlich nicht unbedingt auf dem Schirm und ich wage zu behaupten, dass es den meisten Zuschauern ebenso ging. Nicht nur die originale Destille, mit der Hänneschen und Bärbelchen im Laufe der Inszenierung Parfüm zaubern, macht das Gesehene auf eine gewisse Art und Weise authentisch, auch die Bezugnahmen auf echte Persönlichkeiten bringen einen in direkten Kontakt mit der Parfümerie-Geschichte Kölns. Das Zusammenspiel der Puppen ist herzlich und an den Reaktionen der Zuschauer erkannte ich, dass ich mit meinen Gedanken nicht alleine war. Zwar kam bei mir nicht jeder Witz an, nicht jede Pointe saß, doch da es sich um ein Stück handelt, das insbesondere für Kinder geschrieben ist, war das auch wohl keine allzu große Überraschung.

Mit „Fläscheposs“ schafft das Hänneschen-Theater eine Zeitreise, die städtische Geschichte und traditionelles Puppenspiel, für welches das Theater so berühmt ist, in Verbindung bringt. Familien finden hier eine gelungene Option für einen herzerwärmenden Familienausflug. Wat soll’s: Jeder, der auf Puppentheater steht, wird an der Produktion sicherlich seinen Spaß haben. Und wem es dann doch nicht gefällt, der kann es einfach wie Hänneschen halten: „Dann kann ich wann ich well einfach – verdufte!“ Wir wünschen euch viel Spaß.

Zeiten:

kommt wieder ab dem 5. Mai 2019!

Preise:

Erwachsene: 13,00 €
Kinder: 8,50 €

Kontaktdaten und Anfahrtsbeschreibung:

Hänneschen Theater
Adresse: Eisenmarkt 2 – 4, 50667 Köln
Telefon: 0221 – 258 12 01
Webseite: www.haenneschen.de
KVB: Linien 1, 5, 7, 9:
Heumarkt

Diesen Artikel weiterempfehlen:
2018-11-05T18:19:45+02:00