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W.H.A.M. – studiobühneköln

///W.H.A.M. – studiobühneköln

W.H.A.M. – studiobühneköln

2019-12-12T02:13:36+02:00By |

„Laast Christmas, I gave you my heart. But the very next day, you…“ Mooment. Ganz falsches Thema. W.H.A.M. ist keine berühmte Band. Und ganz sicher ist W.H.A.M. keiner dieser nervtötenden Ohrwürmer, die schon ab Ende September aus allen Rohren dröhnen. W.H.A.M. ist weder weihnachtlich, noch barmherzig, noch besinnlich. Nein. W.H.A.M. kommt mit Karacho angerannt, holt kräftig aus und tritt mit voller Wucht all jenen in die Eier, die denken, sie seien die tollsten Hechte im Teich, nur weil sie in einer Machtposition sind und diese Macht selbstsüchtig und ohne Rücksicht auf Verluste ausnutzen. Am 13. Dezember feiert in der studiobühneköln eine Produktion ihre Premiere, welche die Schnauze voll hat von solch alteingesessenen Machtstrukturen und die auf dererlei Missstände hinweisen möchte. W.H.A.M., das ist der weiße, heterosexuelle, alte Mann.

Das c.t.201-Kollektiv findet sich abermals zu einer neuen Produktion zusammen. Einer Produktion, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Sibel Polat, Dorothea Förtsch, Tim Mrosek und Hannah Lorenz, die organisatorische Seele der Inszenierung, setzen sich in W.H.A.M. mit dem herrschenden gesellschaftlichen Diskurs veralteter und immer noch herrschender Machtstrukturen auseinander und legen den Fokus dabei auf das Gebilde des alten weißen Mannes. Grundlage der Produktion sind zehn Texte, die von zehn nichtweißen und/oder nichtheterosexuellen und/oder nichtalten und/oder nichtmännlichen Autoren geschrieben wurden und die dem Themenkomplex einen multiperspektivischen Rahmen geben, in dem das Ensemble sein vielfältiges und durchaus auch widersprüchliches W.H.A.M.-Panorama entfalten wird. Sie definieren und beschreiben den alten weißen Mann, sie greifen ihn rigoros an, sie verteidigen ihn aber auch. Was macht den alten weißen Mann aus? Für welche gesellschaftlichen Missstände ist er verantwortlich? Und ist er wirklich der Übeltäter, für den er allerorts gehalten wird? Oder liegt das Problem gar nicht beim alten weißen Mann, sondern an ganz anderer Stelle?

„Wir alle haben unsere Erfahrungen mit Machtstrukturen gemacht, die sich an das Machtbedürfnis einzelner Menschen klammern“, sagt Dorothea Förtsch. „Gerade der Theaterbetrieb darf sich davon nicht ausnehmen, in ihm herrscht immer noch ein Gender-Pay-Gap von 48 Prozent. Sollten wir heutzutage nicht schon so weit sein, dass solche Machtstrukturen, die Menschen ausgrenzen, kategorisieren und erniedrigen, keine Rolle mehr spielen?“ Man wolle mit der Produktion vor allem auf derartige Missstände hinweisen, man wolle sie sichtbar machen, sodass sie sich in Zukunft vielleicht langsam auflösen. „Stell dir das mal vor“, beschwert sich auch Tim Mrosek, der just, ebenso wie Sibel Polat, den Kölner Theaterpreis 2019 gewann. „Da stehen wir auf der Bühne, reden über soziale Gerechtigkeit und über gesellschaftliche Probleme, und wenn die Aufführung vorbei ist, kehren wir wieder in die alten Strukturen zurück. Das muss sich ändern.“

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Okaay. Das ist jetzt nicht unbedingt etwas Neues, aber lassen wir das doch einfach mal so sacken. Seid ihr erbitterte Gegner vom alten weißen Mann und unterstützt ihr die resoluten Kategorisierungen, die immer wieder gegen ihn ins Felde geführt werden? Gehört ihr gar selbst zur Spezies des weißen, heterosexuellen, alten Mannes? Oder seid ihr ganz verrückt und strebt lieber einen Mittelweg an, der für alle Beteiligten die beste Lösung bieten könnte? Egal bei welcher Frage ihr euch jetzt angesprochen gefühlt habt, wenn überhaupt, W.H.A.M. kitzelt euren eigenen inneren Dämonen und wirbelt euch mit ihm an eurer Seite durch ein unerbittliches Machtgefälle, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Oder Moment, gibt es vielleicht doch einen Ausweg?
Laast Christmas, I gave you my heart…

Wir wünschen euch viel Spaß et cetera pp.

Foto: studiobühneköln

Zeiten:

13. Dezember 2019:
20:00 Uhr

14. Dezember 2019:
20:00 Uhr

15. Dezember 2019:
20:00 Uhr

16. Dezember 2019:
20:00 Uhr

17. Dezember 2019:
20:00 Uhr

Preise:

Regulär: 15,00 €
Ermäßigt: 7,00 €
Erstis der Universität erhalten gegen Vorlage einer aktuellen Studienbescheinigung freien Eintritt

Kontaktdaten und Anfahrtsbeschreibung:

studiobühneköln / c.t.201
Adresse: Universitätsstraße 16a, 50937 Köln
Webseite: www.studiobuehnekoeln.de/programm/theater/w-h-a-m
KVB: Linie 9: Universität

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